Chronik

Im Jahre 1927 gründeten engagierte Saarner Bürger, Georg Möhlenbeck, Niederdorf, Holstein und Joseph Wilke, den Saarner Bürgerverein. Der Grund war die Planung einer Brücke über die Ruhr zwischen Saarn und Menden. Die Saarner erkannten schon damals die kulturhistorische Bedeutung des Klosters und fürchteten eine Zerstörung des Gesamteindruckes dieser Anlage. Denn im Zuge dieser Baumaßnahme sollte der Nordflügel des Klosters abgerissen werden. Zwar war dieser Teil durch einen Brand in der vorher dort untergebrachten Tapetenfabrik in Mitleidenschaft gezogen worden, doch man hoffte auf eine spätere Gesamtsanierung der Anlage. Darüber hinaus sollte die Düsseldorfer Chaussee, heute Kölner Str., an die Brücke angebunden werden. Das bedeutete die Zerstörung des Saarner Herzstückes, des Klostermarktes, der damals zu den schönsten Markplätzen der näheren und weiteren Umgebung gehörte. Das Dorf Saarn würde in zwei Teile geteilt. Das Jahr 1933 brachte neue Machtverhältnisse in Deutschland, wo bekanntlich Bürgerwille nicht gefragt war. Der Saarner Bürgerverein wurde verboten und die Brücke gebaut, mit den befürchteten Konsequenzen.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg, Saarn wurde glücklicherweise fast nicht zerstört, wurde der Saarner Bürgerverein Anfang der fünfziger Jahre wieder aktiv. Im Jahre 1954 wurde unter dem 1. Vorsitzenden Otto Allekotte, dem 2. Vorsitzenden Arno Kellermann, sowie dem Kassierer Herrn Beimann ein neuer Anfang gemacht. So steht in der 1. Satzung: Nachdem der im Jahre 1927 gegründete Saarner Bürgerverein im Jahre 1933 seine Tätigkeit infolge der damaligen Verhältnisse einstellen musste, beschloss die auf den 20.6.1954 einberufene Bürgerversammlung die Wiedergründung. Nun begann sich Saarn langsam aber stetig zu verändern. Die Ansprüche der Bürger an den Bürgerverein wuchsen stetig. Diese Wünsche der Bürger wurden dem Oberbürgermeister Thöne und seinem Stadtkämmerer Risse vorgetragen. Den ersten kleinen Erfolg hatte der 1962 gewählte Vorstand um den 1. Vorsitzenden Dr. Lange und seinen Stellvertreter Fritz Molitor mit der Öffnung des alten Wanderweges in den Auberg, der lange durch die AEG gesperrt war. In einer vom Saarner Bürgerverein einberufenen Bürgerversammlung, wurde hier bereits von Baurat Bredikow vorgetragen, den Stadtteil Saarn zu einem der bestgeplanten und schönsten Mülheimer Stadtteile machen zu wollen.

 

Zwischenzeitlich wurde vom Bürgerverein ein Ehrenmal zum Gedenken an die Toten beider Weltkriege geschaffen. Am 10.12.1961 wurde dieses Ehrenmal an der Klostermauer am Mühlenteich feierlich eingeweiht. Herr Prof. Kühne hatte im Auftrag des Bürgervereins die Bronzeplastik „Mein Bruder Irgendwo“ entworfen. Diese wurde auf einem Sockel mit einer Gedenktafel aufgestellt. Herr Prof. Kühne hatte auf sein Honorar zu Gunsten des Saarner Bürgervereins verzichtet.

 

Die ständig steigende Einwohnerzahl führte natürlich auch zu erheblichen Verkehrsproblemen. Die vom Bürgerverein immer wieder angemahnte Planung zur Verbesserung der Situation wurde in einer Veranstaltung des Bürgervereins 1967 unter dem Thema „Die Zukunft von Saarn in der Stadtentwicklung“ vom damaligen Baudirektor Dr Gellinek vorgetragen. Damit nahm die weitere Entwicklung Saarns ihren Lauf. Zu diesem Zeitpunkt führten den Bürgerverein der 1.Vorstzende

Dr. Tasch, 2. Vorsitzender Fritz Molitor, Schriftführer H. Kessler und als Kassierer H. Weber.

 

1972 wurde der Martinszug vom Bürgerverein von den Kirchengemeinden übernommen, die sich nicht mehr im Stande sahen, den Zug weiterhin durchzuführen. Der Martinszug in Saarn ist noch heute einer der größten im Stadtgebiet.

 

Im Jahre 1973 tauchten die ersten Planungen der Saarner Kuppe auf. Hier sollten ursprünglich bis zu 25.000 neue Bürger angesiedelt werden. Der Bürgerverein begleitete die Planung kritisch und versuchte stets die Anbindung an das Dorf Saarn als wichtiges Argument einzubringen.

 

Ein Jahr später 1974 wurde das 1. Saarner Wochenende auf Bellscheidts Wiesen gefeiert. Der Bürgerverein gestaltete mit einigen anderen Saarner Vereinen, dieses bis dahin größte Volksfest in Saarn. Dieses Fest wurde im Abstand von zwei Jahren dann ständig wiederholt.

 

1976 wurde ein neuer Vorstand gewählt. 1. Vorsitzender Fritz Molitor, 2. Vorsitzender A. Weißner, Schatzmeister Berni Limper und Schriftführer H. Kessler. In die Amtszeit dieses Vorstandes fiel dann 1978 der Abriss des alten Saarner Bahnhofs. Hier hatte der Bürgerverein lange versucht dieses wertvolle Gebäude zu retten um eine Bürger- und Jugendbegegnungstätte errichten zu können. Ein Jahr später am 9.6.1979 dann wieder ein Erfolg für den Bürgerverein. Der erste Teilabschnitt der neu gestalteten Düsseldorfer Straße wurde mit einem großen Straßenfest eröffnet. Am 1. Mai 1982 wurde im Rahmen des 5. Saarner Wochenendes zum ersten Mal der Saarner Bürgerbaum aufgestellt. Dieser einem Maibaum nachempfundene Stamm mit einzelnen Emblemen von Saarner Vereinen wurde von dem Vorstandsmitglied Berni Limper erdacht und dem Kunstlehrer G. Strauch ausgeführt. Zu dieser Zeit war es der erste und einzige Bürgerbaum dieser Art weit und breit. Ebenfalls Ende 1982 wurde mit der Restaurierung des Kloster Saarn begonnen. Die Beendigung dieser Arbeiten wurden damals als Saarner Langzeitziel betrachtet. Am 28.5.1983 fand das Stadtteilfest zur Eröffnung des zweiten Teilstückes der Düsseldorfer Straße statt. Jetzt hatte Saarn eine Einkaufstraße, die über die Jahre in Mülheim als vorbildlich gelten sollte.

 

Am 15. März 1985 wird ein neuer Vorstand gewählt. 1. Vorsitzender F. Molitor, 2. Vorsitzender A. Weißner, Schriftführer J. Klingenberg und Kassierer M. Baaken. Für geraume Zeit sorgte das Kloster Saarn jetzt beim Bürgerverein für große Aufregung und für einen enormen Einsatz der beteiligten Vorstandsmitglieder. Sollte doch verhindert werden, dass ein Neubau mit Altenwohnungen im Klosterbereich errichtet werden sollte. Nach langen streitigen Verhandlungen mit den zuständigen Stellen, gelang es dem Bürgerverein, dass dieses Vorhaben aufgegeben wurde. Ein neuer geschäftsführender Vorstand nahm 1991 seine Tätigkeit auf. Es waren der 1. Vorsitzende J. Klingenberg, der 2. Vorsitzende A. Weißner, der Schatzmeister

 

M. Baaken und der Geschäftsführer R. Appel. Am 27.6.1992, wurde das von H.G. Strauch neu gestaltete Ehrenmal des Saarner Bürgervereins, an seinem neuen Standplatz am alten Gleisdreieck an der Kölner Str. gegenüber Kloster Saarn, feierlich von den Saarner Bürgern eingeweiht. Eine weitere Neuerung die der Bürgerverein im Jahre 1992 fertig stellte war der Schaukasten, der mitten im Dorf angebracht wurde und so ständig die Saarner Bürger über die neuesten Nachrichten des Bürgervereins informiert wurden. Die erste Information bekamen die Saarner Bürger hier über den neuen Seniorennachmittag, der zum ersten Mal am 28.11.1992 im Kloster Saarn stattfand und den ca.100 Mitglieder des Saarner Bürgervereins besuchten.

 

Im Jahr 2002 feierte der Saarner Bürgerverein sein 75jähriges Bestehen. Im Kloster Saarn fand aus diesem Anlass am 21. April 2002 eine Feierstunde statt, bei der H. Ganz die Festrede hielt, vor den zahlreichen erschienen geladenen Ehrengästen, die dem Saarner Bürgerverein zu seinem Jubiläum gratulierten.

 

 Das Dorffest wurde am 1. Mai 2006 zum ersten Mal gefeiert. Es wurde für das Saarner Wochenende, das aus finanziellen Gründen nicht mehr stattfinden konnte, in einem neuen Rahmen durchgeführt. Es findet nunmehr jährlich, mit der Aufstellung des Bürgerbaums, am 1. Mai statt. Eine Kooperationsvereinbarung mit den Bürgervereinen Linksruhr, Speldorfer, Broicher und Selbecker Bürgerverein wurde vom Saarner Bürgerverein im April 2009 unterzeichnet. Um den immer mehr in den Vordergrund rückenden elektronischen Medien gerecht zu werden, wurde Ende des Jahres 2009 beschlossen, einen Internetauftritt des Bürgervereins zu erstellen. Die Beiratsmitglieder Waltraud und Ralf Knippscheer, Rolf Appel, Magdalena Knippscheer und Dirk Flintrop wurden beauftragt eine Internetseite zu entwerfen und dafür Sorge zu tragen, dass diese Seiten auch entsprechend aktualisiert werden.

 

 Im Jahr 2007 wurde Herr Dirk Klingenberg zum Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, da Herr Alfred Weißner nach 30 Jahren zurückgetreten war. Im gleichen Jahr wurden die Bänke auf dem Pastor-Luhr-Platz erneuert und ein Figurengruppe Gänseliesel aufgestellt.

 

Im Jahr 2010 fand eine Familien Radtour über den Entenfang nach Selbeck statt. Die Bürgervereine Links der Ruhr schlossen sich zu einer Kooperation zusammen. Frau Klein-Uebbing wurde zur Kassenvertretung gewählt. Am 5. August starb Friedrich Molitor, der von 1962-1976 Stellvertretender Vorsitzender und danach bis 1991 1. Vorsitzender des Saarner Bürgervereins war.

 

In 2011 musste die Figur Gänseliesel wieder abgebaut werden, da sie durch ständige Beschädigungen finanziell nicht mehr haltbar war.

 

Das Jahr 2014 war für den Bürgerverein sehr aufwendig. Der Pfingssturm Ela hatte den Bürgerbaum umgeworfen und somit einen großen Schaden angerichtet.

 

Im nächsten Jahr wurde dann ein neuer Baum von dem Oberförster zur Verfügung gestellt und von den Helfern des BV wieder so hergerichtet, dass er wieder aufgestellt werden konnte. Dazu gehörte die Bearbeitung des Stammes und die Anbringung neuer Schilder. Rechtzeitig zum 1.Mai wurde der Baum fertiggestellt. Der Kassenwart Herr Manfred Baaken stellte sein Amt zur Verfügung nach 30 Jahren. Nachfolgerin wurde Frau Klein-Uebbing Der Martinszug konnte nicht mehr zum Kirmesplatz geführt werden und somit auch kein Martinsfeuer mehr stattfinden. Auf dem Kirmesplatz war ein Flüchtlingsdorf errichtet worden.

 

Im Jahr 2016 musste auch deswegen das Dorffest verlegt werden auf den Pastor-Luhr-Platz. Am 2. April verstarb der 1. Vorsitzende Herr Jürgen Klingenberg, der von 1985-1991 Schriftführer war und danach bis zu seinem Tode 1. Vorsitzender. Noch ein Verlust traf den Verein am 31. August. Herr Alfred Weißner verstarb. Er war von 1976-2006 Stellvertr. Vorsitzender.

 

2017 wurde ein neuer Vorstand gewählt. 1. Vorsitzender wurde Herr Rainer Knoop. Stellvertr. Vorsitzender Herr Günther van Haren. Kassenführerrin Frau Ute Klein-Uebbing. Geschäftsführer Herr Rolf Appel. Zusätzlich wurden 11 Beiratsmitglieder gewählt. Der Bürgerverein besteht in diesem Jahr 90 Jahre. Sein Gründungsjahr war 1927 wie am Anfang dieser Chronik beschrieben wird.

 

Rolf Appel